Neda Hundertmark – Trainerin · Mentorin · Menschenkennerin
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du weißt genau, was der nächste Schritt wäre. Und trotzdem passiert – nichts.
Ich kenne dieses Gefühl auch. Nur von der anderen Seite.
Es gibt Momente, die ein Leben in ein Davor und ein Danach teilen. Bei mir war es eine schwere Hirnhautentzündung, ausgelöst durch einen einzigen, unscheinbaren Zeckenbiss. Ich war zweiundzwanzig. Anderthalb Jahre Krankenhaus. Eine Überlebenschance von fünf Prozent.
Ich erinnere mich, wie sich meine Welt zusammenzog – auf ein Bett, auf ein Zimmer, auf eine Handvoll Menschen, die blieben, während der Rest verschwand. Wer schon einmal ganz unten war, weiß: Man verliert nicht nur Kraft. Man verliert das Selbstverständliche. Gehen. Sprechen. Einen Plan für morgen haben.
Und dann, langsam, kommt es zurück. Gramm für Gramm, Schritt für Schritt, zwei weitere Jahre lang. Ich musste neu anfangen – ein neues Studium, weil das alte einfach zu lange gewartet hatte auf jemanden, der nicht mehr da war. Aber ich lernte etwas, das sich seither durch mein ganzes Leben zieht: Der Weg zurück ins Leben führt nicht durch Kraft allein. Er führt durch kleine, ehrliche, wiederholte Schritte.
Zehn Jahre später, mit zweiunddreißig, kam mein erster Sohn zur Welt. Und wieder stand ich vor Ärzten, die mir Grenzen nannten: Er werde nie laufen, nie sprechen. Mit zwei Jahren konnte er nicht frei sitzen, nicht krabbeln, sich nicht einmal selbst füttern.
Ich kannte diesen Satz schon einmal. Diese Aussage, die wie eine Wand klingt – und die man trotzdem beiseiteschieben kann, Stein für Stein, wenn man bereit ist, jeden Tag neu hinzuschauen, statt auf die Prognose zu starren.
Heute läuft mein Sohn – mit Hilfsmitteln, aber er läuft. Seine ersten Worte kamen mit fünf Jahren. Für manche ein spätes Wort. Für uns der Beweis: Das Unmögliche ist oft nur das noch nicht Erreichte.
Genau diese Erfahrung – zweimal an einer Grenze zu stehen, die andere für endgültig hielten, und zweimal einen Weg hindurch zu finden – ist der Grund, warum ich heute als Trainerin & Mentorin arbeite. Ich kenne den Raum zwischen Wissen und Handeln von innen. Und ich begleite Menschen durch genau diesen Raum – nicht mit Theorie, sondern mit dem, was ich selbst zweimal erprobt habe: dass der nächste Schritt reicht, um wieder in Bewegung zu kommen.
Ich begleite Menschen nicht mit Worten. Ich begleite sie mit Erfahrung.
Schreib mir. Ich antworte dir persönlich.